Religionswissenschaft

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Religionswissenschaft




Einleitung

Die Religionswissenschaft ist ein wissenschaftliches Fach, das Religionen, religiöse Praktiken, religiöse Gemeinschaften, Weltdeutungen und verwandte kulturelle Phänomene untersucht. Dabei fragt sie nicht zuerst, ob ein Glaube wahr ist, sondern wie religiöse Vorstellungen entstehen, wie sie überliefert werden, wie sie im Alltag wirksam sind und wie sie Gesellschaften, Kulturen, Politik, Medien, Kunst und individuelle Lebensführung prägen.

In diesem aiMOOC lernst Du, wie die Religionswissenschaft arbeitet, welche Methoden sie nutzt, wie sie sich von Theologie und Religionsphilosophie unterscheidet und warum sie in einer von Pluralismus, Globalisierung, Migration und digitalen Medien geprägten Welt besonders wichtig ist. Du erkennst, dass Religion nicht nur in heiligen Schriften oder in Gottesdiensten vorkommt, sondern auch in Ritualen, Symbolen, Körperpraktiken, öffentlichen Debatten, Popkultur, Architektur, Musik, Alltagssprache und digitalen Räumen.


Lernziele

  1. Religionswissenschaft als eigenständige wissenschaftliche Disziplin beschreiben
  2. Religion als Forschungsgegenstand kritisch und differenziert betrachten
  3. wichtige Methoden wie Vergleich, Textanalyse, Interview, Feldforschung und Diskursanalyse erklären
  4. die Abgrenzung zu Theologie, Religionspädagogik und Religionsphilosophie nachvollziehen
  5. zentrale Teilgebiete wie Religionsgeschichte, Religionssoziologie, Religionspsychologie und Materiale Religion benennen
  6. aktuelle gesellschaftliche Fragen mithilfe religionswissenschaftlicher Perspektiven analysieren


Die Religionswissenschaft untersucht die Vielfalt religiöser Lebensformen. Sie betrachtet Religion als historisches, soziales, kulturelles, sprachliches, materielles und symbolisches Phänomen. Forschende fragen zum Beispiel:

  1. Wie werden religiöse Traditionen weitergegeben?
  2. Welche Rolle spielen Mythen, Rituale und Symbole?
  3. Wie verändern sich Religionen durch Medien, Migration oder Politik?
  4. Wie hängen religiöse Vorstellungen mit Identität, Gemeinschaft, Macht oder Konflikt zusammen?
  5. Wie werden religiöse Räume, Dinge und Körper wahrgenommen und genutzt?

Die Disziplin ist in der Regel bekenntnisunabhängig. Das bedeutet: Sie ist nicht an ein bestimmtes Glaubensbekenntnis gebunden. Sie versucht, religiöse Phänomene möglichst genau zu beschreiben, zu vergleichen und zu erklären. Dabei nimmt sie sowohl große Traditionen wie Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus oder Buddhismus in den Blick als auch Neue religiöse Bewegungen, regionale Traditionen, indigene Religionen, säkulare Weltanschauungen und Grenzbereiche zwischen Religion, Kultur und Gesellschaft.


Religion als Forschungsproblem

Ein zentrales Problem des Faches ist, dass der Begriff Religion selbst nicht einfach und eindeutig ist. Nicht jede Gesellschaft trennt zwischen religiös und nicht religiös in derselben Weise. Manche Traditionen kennen keinen genau entsprechenden Begriff. Deshalb arbeitet die Religionswissenschaft oft mit Arbeitsdefinitionen. Diese helfen, konkrete Fragen zu untersuchen, ohne so zu tun, als gäbe es eine einzige, für alle Zeiten gültige Definition.

Typische Merkmale, die religionswissenschaftlich untersucht werden, sind:

  1. Rituale und wiederholte symbolische Handlungen
  2. Mythen und sinnstiftende Erzählungen
  3. Symbole und Zeichen
  4. Schriften, Lehren und Überlieferungen
  5. Gemeinschaften und Institutionen
  6. heilige Räume, Architektur und Pilgerorte
  7. Körperpraktiken wie Fasten, Beten, Singen oder Prozessionen
  8. religiöse Objekte, Bilder, Kleidung und Medien
  9. Erfahrungen von Transzendenz, Sinn, Ordnung, Krise oder Heil

Die Religionswissenschaft fragt also nicht nur was geglaubt wird, sondern auch wie Menschen glauben, wann religiöse Kommunikation wirksam wird, wo Religion sichtbar wird und warum bestimmte Formen religiöser Praxis stabil bleiben oder sich verändern.


Wie arbeitet die Religionswissenschaft?

Religionswissenschaftliches Arbeiten verbindet unterschiedliche Zugänge. Das Fach ist interdisziplinär und nutzt Werkzeuge aus Geschichte, Soziologie, Ethnologie, Philologie, Psychologie, Medienwissenschaft und Kulturwissenschaft.


Wichtige Methoden

  1. Textanalyse: Untersuchung von religiösen Texten, Kommentaren, Predigten, Gebeten oder digitalen Beiträgen
  2. Vergleich: Gegenüberstellung von Motiven, Praktiken, Institutionen oder Begriffen in verschiedenen Traditionen
  3. Feldforschung: Forschung in Gemeinden, bei Festen, in Alltagsräumen oder an Pilgerorten
  4. Interview: Befragung von Akteurinnen und Akteuren zu Erfahrungen, Deutungen und Praktiken
  5. Teilnehmende Beobachtung: genaue Beobachtung religiöser Abläufe im sozialen Kontext
  6. Diskursanalyse: Untersuchung öffentlicher Debatten über Religion in Politik, Presse und sozialen Medien
  7. Statistik und empirische Sozialforschung: Auswertung von Daten zu Religiosität, Mitgliedschaften oder Einstellungen
  8. Bildanalyse und Objektanalyse: Untersuchung von Ikonen, Amuletten, Gewändern, Architektur oder rituellen Gegenständen

Gute religionswissenschaftliche Forschung versucht, die Perspektive der beteiligten Menschen ernst zu nehmen, ohne die wissenschaftliche Distanz aufzugeben. Sie beschreibt, vergleicht, kontextualisiert und reflektiert die eigenen Begriffe kritisch.


Ein wichtiger neuerer Ansatz ist die Materiale Religion. Dabei wird untersucht, wie sich Religion in Dingen, Körpern, Räumen, Gerüchen, Klängen und Bewegungen materialisiert. Ein Ritual besteht dann nicht nur aus Ideen, sondern auch aus Kerzen, Wasser, Kleidung, Musik, Architektur, Gesten, Essen, Bildern und Atmosphären. Dadurch wird deutlich, dass Religion nicht nur gedacht, sondern auch gesehen, gehört, gefühlt, getragen, berührt und inszeniert wird.


Die Religionswissenschaft wird oft mit Theologie verwechselt. Beide beschäftigen sich mit Religion, aber sie stellen unterschiedliche Fragen.


  1. beschreibt und analysiert religiöse Phänomene
  2. ist in der Regel nicht an ein bestimmtes Bekenntnis gebunden
  3. vergleicht verschiedene Traditionen
  4. untersucht Religion als kulturelle und gesellschaftliche Wirklichkeit
  5. fragt nach Funktionen, Bedeutungen, Praktiken, Wandel und Wirkung


  1. reflektiert eine Religion aus ihrer eigenen Tradition heraus
  2. arbeitet häufig normativ und bekenntnisbezogen
  3. fragt nach Wahrheit, Lehre, Auslegung und Glaubenspraxis
  4. bildet in vielen Fällen religiöse Fachleute aus


  1. fragt nach Vernunft, Wahrheit, Sprache und Begründbarkeit religiöser Aussagen
  2. diskutiert Begriffe wie Gott, Transzendenz, Freiheit oder das Böse
  3. steht stärker in der Tradition philosophischer Argumentation

Die Grenzen können sich im Alltag überschneiden. Trotzdem ist es wichtig, die unterschiedlichen Perspektiven sauber zu unterscheiden.


Geschichte des Faches

Die moderne Religionswissenschaft entwickelte sich besonders im 19. Jahrhundert. Mit neuen Übersetzungen religiöser Texte, historisch-kritischen Methoden und wachsendem Wissen über außereuropäische Traditionen entstand ein neues Interesse an einem vergleichenden Studium von Religionen. Ein wichtiger Name ist Friedrich Max Müller, der den Ausdruck einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Religion prägte. Im deutschsprachigen Raum wurde das Fach im 20. Jahrhundert zunehmend institutionell ausgebaut.

Für Deutschland ist Leipzig ein zentraler Ort der Fachgeschichte. Dort wurde 1912 eine frühe Professur für Religionsgeschichte eingerichtet. Das zeigt, dass sich die Religionswissenschaft als eigenständiges Fach schrittweise von rein theologischen Rahmungen löste und ihre eigene wissenschaftliche Identität entwickelte.


Wichtige Teilgebiete


Die Religionsgeschichte untersucht Entstehung, Entwicklung und Wandel religiöser Traditionen in unterschiedlichen Epochen und Regionen. Sie fragt nach Quellen, Überlieferung, Begegnungen, Konflikten und Transformationen.


Die Religionssoziologie fragt nach der Rolle von Religion in Gesellschaft. Sie untersucht etwa Säkularisierung, Pluralismus, religiöse Organisationen, soziale Milieus, öffentliche Debatten oder religiöse Bewegungen.


Die Religionspsychologie beschäftigt sich mit religiöser Erfahrung, Motivation, Wahrnehmung, Entwicklung und Verarbeitung von Sinn, Angst, Hoffnung oder Krisen.


Die Religionsethnologie untersucht Religionen in ihrem kulturellen Kontext, oft durch Feldforschung und dichte Beschreibung. Sie fragt nach Alltag, Praxis, Körper, Raum und sozialer Einbettung.


Diese Bereiche ordnen und vergleichen religiöse Erscheinungsformen. Sie fragen nach wiederkehrenden Strukturen wie Opfer, Initiation, Reinheit, Pilgerfahrt, Heiligkeit oder Erlösung.


Die Kognitive Religionswissenschaft untersucht, wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Kognition und mentale Muster mit religiösen Vorstellungen zusammenhängen.


Diese Ansätze fragen danach, wie Religion durch Dinge, Körper, Bilder, Räume und Medien sichtbar und wirksam wird. Gerade in digitalen Umgebungen ist diese Perspektive besonders wichtig.


Beispiel einer religionswissenschaftlichen Analyse

Stell Dir ein religiöses Fest in einer Stadt vor. Eine rein oberflächliche Betrachtung würde nur sagen: Es findet eine Feier statt. Die Religionswissenschaft fragt genauer:

  1. Welche Symbole sind sichtbar?
  2. Welche Rolle spielen Kleidung, Musik, Speisen und Bewegungen?
  3. Wer nimmt teil und wer nicht?
  4. Welche Bedeutung geben die Beteiligten selbst dem Fest?
  5. Wie berichten Medien darüber?
  6. Wie verändert sich das Fest durch Tourismus, Sicherheitspolitik oder soziale Netzwerke?
  7. Gibt es Spannungen zwischen Tradition und Gegenwart?

So wird deutlich, dass Religion nicht isoliert existiert, sondern immer mit Geschichte, Gesellschaft, Politik, Raum, Körper und Kommunikation verflochten ist.


Warum ist das Fach heute wichtig?

In modernen Gesellschaften begegnen sich sehr unterschiedliche religiöse und nicht religiöse Überzeugungen. Die Religionswissenschaft hilft dabei, diese Vielfalt genauer zu verstehen. Sie kann zeigen, wie Missverständnisse entstehen, wie Symbole politisch aufgeladen werden, wie religiöse Zugehörigkeit mit Identität verbunden ist und wie öffentliche Debatten über Kopftuch, Feiertage, Religionsunterricht, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, religiöse Gewalt oder Spiritualität geführt werden.

Das Fach ist deshalb nicht nur für Schule und Universität wichtig, sondern auch für Journalismus, Kulturarbeit, Museumsarbeit, Politikberatung, Interkulturelle Kompetenz, Friedensarbeit und Bildung.


Studium und Beruf

Wer Religionswissenschaft studiert, lernt präzise zu beobachten, Texte kritisch zu lesen, Interviews auszuwerten, Unterschiede nicht vorschnell zu bewerten und komplexe kulturelle Zusammenhänge verständlich darzustellen. Das Studium ist deshalb breit anschlussfähig.

Mögliche Berufsfelder sind:

  1. Wissenschaft und Forschung
  2. Journalismus und Medienanalyse
  3. Museum und Ausstellung
  4. Bildung und Erwachsenenbildung
  5. Politikberatung und Nichtregierungsorganisation
  6. Arbeit in Stiftungen, Archiven oder Kulturinstitutionen
  7. interreligiöser Dialog und gesellschaftliche Vermittlung
  8. Dokumentation, Redaktion und Öffentlichkeitsarbeit


Merksätze

  1. Religionswissenschaft untersucht Religion wissenschaftlich, vergleichend und kritisch.
  2. Sie fragt nicht zuerst nach Glaubenswahrheit, sondern nach Formen, Bedeutungen, Praktiken und Wirkungen.
  3. Der Begriff Religion ist historisch und kulturell nicht überall gleich.
  4. Das Fach arbeitet mit historischen, empirischen, systematischen und vergleichenden Methoden.
  5. Theologie und Religionswissenschaft sind verwandt, aber nicht identisch.
  6. Religion zeigt sich nicht nur in Ideen, sondern auch in Ritualen, Dingen, Räumen, Medien und Körperpraktiken.
  7. Das Fach hilft, religiöse Vielfalt und gesellschaftliche Konflikte besser zu verstehen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was untersucht die Religionswissenschaft vor allem? (Religionen als historische, soziale und kulturelle Phänomene) (!Nur die Wahrheit eines bestimmten Glaubens) (!Ausschließlich Naturgesetze) (!Nur antike Tempelbauten)




Welche Aussage beschreibt die Religionswissenschaft am besten? (Sie arbeitet in der Regel bekenntnisunabhängig und vergleichend) (!Sie ist immer identisch mit Theologie) (!Sie untersucht nur christliche Quellen) (!Sie lehnt empirische Forschung grundsätzlich ab)




Was bedeutet im Fachkontext empirisch? (Beobachtungen und Daten aus der Wirklichkeit auswerten) (!Nur über innere Gefühle schreiben) (!Ausschließlich mathematische Formeln benutzen) (!Ohne Quellen arbeiten)




Welche Methode ist typisch für die Religionswissenschaft? (Interview) (!Astrologie) (!Wahrsagerei) (!Orakelbefragung)




Wozu dient der Vergleich in der Religionswissenschaft? (Gemeinsamkeiten und Unterschiede systematisch zu analysieren) (!Alle Religionen zu einer einzigen zu verschmelzen) (!Eine Religion zur besten zu erklären) (!Religiöse Regeln festzulegen)




Womit beschäftigt sich der Ansatz der Materialen Religion? (Mit Dingen, Körpern, Räumen und sinnlicher Wahrnehmung von Religion) (!Nur mit theologischen Dogmen) (!Nur mit Kirchensteuer) (!Nur mit antiken Sprachen)




Welcher Name ist eng mit der frühen Fachgeschichte verbunden? (Max Müller) (!Isaac Newton) (!Charles Darwin) (!Sigmund Freud)




Warum ist das Jahr 1912 für die Fachgeschichte in Deutschland wichtig? (In Leipzig wurde eine frühe Professur für Religionsgeschichte eingerichtet) (!Es wurde die erste Weltreligion gegründet) (!Alle Religionen wurden vereinheitlicht) (!Die Religionswissenschaft wurde abgeschafft)




Was gehört nicht zur primären Aufgabe der Religionswissenschaft? (Die Wahrheit eines Glaubens zu beweisen) (!Religiöse Praktiken zu beschreiben) (!Texte und Rituale zu vergleichen) (!Gesellschaftliche Kontexte zu analysieren)




Warum ist Religionswissenschaft gesellschaftlich relevant? (Sie hilft, religiöse Vielfalt, Konflikte und Deutungen besser zu verstehen) (!Sie ersetzt jedes politische System) (!Sie beendet automatisch alle Konflikte) (!Sie macht historische Forschung überflüssig)





Memory

Ritual Wiederholte symbolische Handlung
Mythos Sinnstiftende Erzählung
Feldforschung Untersuchung im sozialen Kontext
Materiale Religion Analyse von Dingen, Körpern und Räumen
Pluralismus Vielfalt religiöser Traditionen
Säkularisierung Wandel religiöser Bindungen in der Moderne





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Teilnehmende Beobachtung Rituale vor Ort analysieren
Textanalyse Schriften und Predigten untersuchen
Interview subjektive Deutungen erfragen
Vergleich Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten
Diskursanalyse Medien und öffentliche Debatten auswerten






Kreuzworträtsel

Ritual Wiederholte symbolische Handlung mit Bedeutung
Mythos Sinnstiftende Erzählung über Ursprung und Ordnung
Symbol Zeichen mit verdichteter religiöser Bedeutung
Vergleich Zentrale Methode zum systematischen Gegenüberstellen
Interview Methode des gezielten Befragens von Personen
Pluralismus Begriff für Vielfalt von Überzeugungen und Traditionen





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Religionswissenschaft untersucht Religion als

und soziales Phänomen. Sie arbeitet in der Regel

und vergleicht unterschiedliche Traditionen. Statt Glaubenswahrheiten zu beweisen, beschreibt sie

, Symbole, Texte und Gemeinschaften. Eine wichtige Methode ist die

, bei der religiöses Leben im Alltag beobachtet wird. Der Vergleich hilft,

und Unterschiede systematisch herauszuarbeiten. Ein neuerer Ansatz ist die

, die Dinge, Räume und Körper in den Blick nimmt. Von der Theologie unterscheidet sich das Fach durch seine stärker

und vergleichende Perspektive. Für die Fachgeschichte in Deutschland ist

ein wichtiger Ort. Die Religionswissenschaft hilft, religiösen

in modernen Gesellschaften besser zu verstehen. Dadurch gewinnt sie auch für Bildung, Medien und

an Bedeutung.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffskarte: Erstelle eine übersichtliche Begriffskarte mit den zentralen Begriffen Religion, Ritual, Symbol, Mythos, Pluralismus und Säkularisierung und verbinde die Begriffe mit eigenen Erklärungen.
  2. Alltagsbeobachtung: Dokumentiere drei Situationen aus Deinem Alltag, in denen Religion sichtbar wird, zum Beispiel in Architektur, Medien, Sprache, Kleidung oder Festen, und erläutere jeweils kurz die religionswissenschaftliche Perspektive darauf.
  3. Symbolanalyse: Wähle zwei religiöse Symbole aus unterschiedlichen Traditionen und erkläre, wie Form, Gebrauch und Kontext ihre Bedeutung verändern.
  4. Mediencheck: Untersuche einen aktuellen Zeitungsartikel, Podcast oder Videobeitrag zum Thema Religion und prüfe, ob dort beschrieben, bewertet oder vereinfacht wird.


Standard

  1. Ritualvergleich: Vergleiche zwei Rituale aus unterschiedlichen Traditionen unter den Gesichtspunkten Raum, Körper, Zeit, Symbolik und Gemeinschaft.
  2. Interviewprojekt: Führe ein kurzes Interview mit einer Person über die Bedeutung eines religiösen oder weltanschaulichen Festes und werte die Aussagen sachlich aus.
  3. Museumsaufgabe: Besuche ein Museum, eine religiöse Sammlung oder einen virtuellen Rundgang und beschreibe fünf Objekte aus Sicht der Materialen Religion.
  4. Mini-Podcast: Produziere einen kurzen Podcast oder Audiobeitrag mit dem Titel Was macht Religionswissenschaft? und erkläre das Fach für Lernende Deiner Altersgruppe.


Schwer

  1. Forschungsdesign: Entwirf ein kleines religionswissenschaftliches Forschungsprojekt zu einem Thema Deiner Wahl, formuliere eine Forschungsfrage, passende Methoden und mögliche Probleme der Auswertung.
  2. Diskursanalyse: Analysiere eine öffentliche Debatte zu Religion, etwa über Feiertage, religiöse Kleidung oder sakrale Räume, und unterscheide zwischen Beschreibung, Wertung und politischer Instrumentalisierung.
  3. Exkursionsbericht: Erstelle einen schriftlichen oder videobasierten Bericht über den Besuch eines religiösen Ortes und reflektiere dabei auch Deine eigene Beobachterrolle.
  4. Vergleichende Fallstudie: Untersuche, wie ein religiöses Symbol oder Motiv in Tradition, Popkultur und sozialen Medien unterschiedlich verwendet wird, und erkläre die Folgen dieser Bedeutungsverschiebung.



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Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe: Erkläre, warum es für die Religionswissenschaft problematisch sein kann, eine einzige feste Definition von Religion zu verwenden, und entwickle ein eigenes Beispiel.
  2. Fallanalyse: Zeige an einem selbst gewählten Fall, wie sich eine theologische und eine religionswissenschaftliche Fragestellung deutlich unterscheiden.
  3. Methodenreflexion: Begründe, welche Methode für die Untersuchung eines religiösen Straßenfestes am besten geeignet ist, und erkläre, warum andere Methoden ergänzend hilfreich sein können.
  4. Gesellschaftsanalyse: Untersuche, wie religiöser Pluralismus Chancen und Herausforderungen für Schule, Medien oder Politik mit sich bringt.
  5. Objektinterpretation: Wähle ein religiöses Objekt oder Bild aus und analysiere es nicht nur symbolisch, sondern auch materiell, räumlich und sozial.
  6. Kontextualisierung: Erkläre, warum ein Ritual ohne seinen historischen und gesellschaftlichen Kontext leicht missverstanden werden kann.




OERs zum Thema



Links

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  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

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Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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Berlin/Brandenburg

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  2. Woyzeck - Georg Büchner
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Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

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  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
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Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Sachsen (berufliches Gymnasium)

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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