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	<title>Bob Joblin im Interview mit Thomas Gloom - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-10T10:52:35Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in MOOCsWiki</subtitle>
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		<id>https://moocwiki.org/index.php?title=Bob_Joblin_im_Interview_mit_Thomas_Gloom&amp;diff=6712&amp;oldid=prev</id>
		<title>oldwiki&gt;Glanz am 2. Dezember 2021 um 12:13 Uhr</title>
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		<updated>2021-12-02T12:13:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{:Jeder Mensch ist Kunst - Du bist Kunst - Ich bin Kunst - Fleisch ist Kunst - Jack Joblin Interview Intro}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thomas Gloom: Was bringt uns der Mensch als Kunst?&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bob Joblin: Heute würde niemand mehr Beuys-Vertreter fragen: &amp;quot;Was bringt eine Soziale Plastik?&amp;quot; Ein geformter Geist ist für unsere Zukunft das zentrale Mittel, um handlungsfähig zu bleiben. Es ist mühselig, durch die Fragen von Menschen durchgehen zu müssen, die eh an keinen wirklichen Antworten in der Kunst interessiert sind. Die meisten Menschen sind zu ignorant oder zu wenig gebildet, um den Menschen als Kunst wahrnehmen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Der Kunstmarkt hat an der Idee wenig Interesse...&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunstmarkt müsste die Idee des Menschen als Kunst fürchten, aber er scheißt alles mit seiner Macht und seiner Meinung zu. Deshalb kann er es sich leisten Revolutionen wegzugrinsen. Mein Vater hat eine wertvolle Arbeit für unsere Generation geleistet. Der Mensch als Kunst ist die Kunst der nächsten Generationen. Generationen, die auftauchen aus dem hypnotisierten Kunstgeschichtenklebstoff, dem kriminellen Kunstmarktmist und den immergleichen Online-Bingekunst-Fluten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Glauben Sie daran? Glauben Sie an die nächsten Generationen?&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein! Und trotzdem wird es die Zielkunst für die kommenden Generationen bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wofür ist dann Ihre Arbeit gut?&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie steht für eine hypothetische Gesellschaft, die sich selbst als Kunst wahrnehmen kann. Davon sind wir so weit entfernt, wie wir von einer Diskurs-Gesellschaft entfernt sind, die hypothetisch entsteht, wenn wir Habermas lesen. Es ist schön ein Ziel zu haben, auch wenn wir die Gewissheit in uns tragen, dass diese Ziele nie erreicht werden können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ihr Vater bezeichnet den geformten Geist als private Plastik. Sie reden von persönlicher Plastik.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Vater legt mehr Wert auf die innere, zurückgezogene Entscheidung, den Menschen als Kunst zu erfassen. Für mich klingt das zu sehr nach Post-Biedermeier. Ich lege meinen Schwerpunkt auf das Individuelle des Menschen als Kunst. Wir beide sehen im Kunstbetrieb den Menschen-An-Sich aus der Entscheidung ausgeschlossen, was Kunst ist. Entmenschte Mechanismen und Algorithmen entscheiden, was Kunst zu sein hat. Es verhält sich aber genau andersherum: Nur das Individuum kann entscheiden, was Kunst ist. Und dieses Individuum ist nur sich selbst verpflichtet, die eigene Entscheidung wahrheitsgemäß zu treffen. Schafft der Mensch diese Selbstehrlichkeit, z.B. die aufrichtige Erkenntnis einen Menschen als Kunst zu sehen, dann hat er viel für sich gewonnen. Und die Gesellschaft gewinnt an diesem Menschen noch mehr. Er wird zukünftig auch erkennen, was er wirklich (als Kunst) empfindet.&lt;br /&gt;
Das Gegenteil davon ist das, was wir aus unserem Alltag kennen: Selbstlüge. Selbstbetrug. Stumpfes akzeptieren, was uns als Kunst vorgelegt wird. Ich denke nicht, dass die Künstler, welche den Kunstbegriff erweitert haben (Duchamp, Beuys, Vostell, Ullrich, ...) die Kunst beliebig gemacht haben. Sie haben die Kunst wieder individuell machen wollen. Das sollten wir sehen. Das verstehen wir in unserer Factory als Aufgabe. Der Mensch als Kunst ist dabei wie das schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch. Durch die Performance, das Happening, die Aktionskunst usw. wurde die Kunst schon direkter, wie wir das von der Musik kennen. Durch den Menschen-An-Sich als Kunst haben wir eine Alltagsperformance. In jedem Augenblick kann ein Wunder liegen. In jeder Stimme klingt Kunst. Jede Berührung kann Kunsterfahrung sein. Es sind Live-Veranstaltungen. Life-Veranstaltungen. Und wenn der Satz gilt &amp;quot;Kunst gebiert Kunst&amp;quot;, dann kann man sich ausmalen, was das für uns bedeutet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ist das ein linker Gedanke?&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nur deswegen als &amp;quot;Links&amp;quot; gesehen, weil sich der Großteil der Bevölkerung nach &amp;quot;Rechts&amp;quot; bewegt. Wir vertreten mit der diskursiven Kunst das Herzstück der Demokratie. &amp;quot;Rechtsruck der Gesellschaft&amp;quot; heißt für mich, den schleichenden Prozess der Entmündigung zu akzeptieren und stillschweigend hinzunehmen. Demokratie zu verlieren. Rechte für kleine Geschenke der Großkonzerne aufzugeben usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Warum ist von Ihrer Künstlergruppe kaum jemand am öffentlichen Leben beteiligt?&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie meinen, warum wir nicht auf Facebook, Instagram usw. alles mögliche von unserem Leben posten? So gefragt, beantwortet sich die Frage ja schon fast von alleine, oder? Das mit der Öffentlichkeit ist aber ein schwieriges Thema. Früher war es vermutlich erstrebenswert prominent zu werden. Heute ist das anders. Es wird schwierig das Privatleben herauszuhalten. Personen der Öffentlichkeit müssen sich ständig der Meinungsflut aussetzen. Sie sagen mit der Zeit nicht mehr das, was sie denken, sondern das, was die beste Resonanz für ein gewisses Ziel ergibt. Das Ziel kann die Publikation einer Idee sein. Das Ziel kann aber auch sein, möglichst wenig Disharmonie für das eigene Leben zu erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nach dem &amp;quot;Hört auf zu malen&amp;quot; hat sich nicht viel bewegt.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jörg Immendorff selbst hat weitergemalt. Ölgemälde der neueren Zeit sind für mich Symbole der Diktatur des Kunstmarktes. Man liebt den Duktus. Pastoser Farbauftrag. Das Haptische. Aber Ölfarben sind teuer. Sie können nur von Reichen verwendet werden. Arme werden ärmer durch Ölfarben. Ölfarbe symbolisieren nicht nur Unterdrückung, Ausbeutung, Spaltung. Für mich symbolisiert die Ölfarbe auch Glaubensverlust, Lieblosigkeit, Hoffnungslosigkeit. Wie wollen Sie mit dem Medium Öl ein anderes Thema glaubhaft rüberbringen als Kunstkapitalismus? Das ist schon sehr eingrenzend. Der Kunstmarkt sieht das natürlich anders: Sie brauchen sich nicht auf etwas Neues einlassen. Ölfarbe hält lang. Öl kann wie ein Lillifee-Einhorn-Regenbogen glitzern. Öl wird geschätzt. Es garantiert dem Käufer eine gute Wertanlage. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Welche Werke setzen Sie dem entgegen?&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere [[Memento Multiples|Multiples]] sind eine direkte Art, sich dem zu stellen, was Kunst sein kann und was es einfach nicht mehr ist. Mit Fleisch zu malen ist eine ehrliche Art unser Thema darzustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Was würden Sie noch gerne verwirklichen?&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wenn ich das Geld hätte? [[Kruzifix - Kaaba|Kruzifix Kaaba]]. Fleischverpackung des Reichstagsgebäudes.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Jeder Mensch ist Kunst. Du bist Kunst. Ich bin Kunst. Fleisch ist Kunst. =&lt;br /&gt;
{{:Jeder Mensch ist Kunst - Du bist Kunst - Ich bin Kunst - Fleisch ist Kunst - Jack Joblin Interview Extro}}&lt;/div&gt;</summary>
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